Trolltunga

Die Trolltunga (=Trollzunge ) ist die spektakulärste Felsformation in Norwegen. Sie liegt auf 1180 Meter Höhe, ca. 700 Meter über dem See Ringedalsvatnet. Die Wanderung zu der Trolltunga führt zumeist durch alpines Gelände, sie ist lang und anspruchsvoll … So steht es immer überall geschrieben. Ich wollte da schon gerne hin, weil sie ja wirklich irre aussieht, aber ich war mir nicht sicher, ob ich das tatsächlich schaffe.

Der „einfachste“ und kürzeste Weg erfordert ein bisschen Vorplanung, denn man kann sich mit einem Shuttlebus bis zu P3 bringen lassen, das ist der Parkplatz, der von der Trolltunga nur 10 km entfernt ist. Den Shuttle von P2 zu P3 hatte ich schon von zu Hause aus ein paar Wochen vorher gebucht … sicher ist sicher. Ich hatte nämlich keine Lust, diesen Teilabschnitte zu laufen. Machen aber einige – da ist man dann ein paar Kilometer auf einer sehr steilen Serpentinenstraße unterwegs. Mit unserem Wohnmobil hätten wir sowieso nur bis P1 fahren dürfen, das ist der Parkplatz ganz im Tal. Es fuhr aber ein früher Shuttlebus an unserem Campingplatz vorbei – also nahmen wir den bis P2 und von da aus dann unseren reservierten Bus bis P3. Und dann ging es los.

Ich muss sagen, ich hatte es mir anstrengender vorgestellt. Wir hatten uns den ersten Bus reserviert, der zu P3 fuhr und von daher ging unsere Wanderung schon um 6.30 Uhr los. Es war noch ziemlich kalt, aber die Sonne kam langsam über die Berge. Außer uns waren noch nicht viele unterwegs und es herrschte eine ruhige morgendliche Stille, als wir den ersten Anstieg begonnen. Die ersten 3-4 Kilometer sind die schwersten. Da geht es wirklich nur steil bergauf. Dann kommt man zum ersten Schneefeld und hat den ersten Anstieg nach vielleicht 45 Minuten schon geschafft.

Ab dann geht es auf und ab: An Seen vorbei, an denen Wollgras wächst, an Wasserfällen, an denen man seine Trinkflasche auffüllen kann, an Aussichten auf den türkisen See Ringedalsvatnet, die immer wieder atemberaubend sind, an Schneefeldern und an unzähligen wunderschönen Blumen.

Und dann waren wir nach 3 Stunden laufen schon da. Wir haben uns Zeit gelassen, haben die ein oder andere Pause eingelegt, von daher sind wir dann auch von späteren Businsassen überholt worden, aber wir wollten ja auch kein Wettrennen abhalten. Plötzlich lag sie vor uns, die sagenhafte Trollzunge und ich fand sie wirklich so beeindruckend wie vorher auf den Bildern.

Um ein Foto zu machen, musste man sich anstellen, was ich aber gut fand, weil man dann alleine auf der Trolltunga war und ein schönes Bild machen konnte. Außerdem musste man dann auch nicht darauf achten, dass man angerempelt wurde oder vor jemanden stolpert oder sowas. Meine Höhenangst machte mir gar keine Probleme da oben, da die Trolltunga leicht nach oben geht und auch wirklich recht breit und massiv ist. Man musste ein bisschen klettern, um auf sie zu gelangen, das war aber nicht schlimm und gut machbar.

Das einzig Blöde in der Schlange war, dass es recht kalt wurde, weil da ein kalter Wind wehte. Man ist halt im alpinen Gelände und während wir vorher auch in T-Shirt gelaufen sind, hatten wir jetzt schnell wieder Fleece- und Windjacke an. Aber egal.

Nach und nach wurde es immer voller da oben und wir traten unseren Rückweg an. Wir haben alles gut geschafft und ich war superstolz, diese für mich doch recht große Herausforderung bewältigt zu haben. Ich dachte, am nächsten Tag kann ich gar nicht laufen, aber tatsächlich war das gar nicht so. Außer ein bisschen Muskelkater war nichts zu spüren. Super! 🙂